Soziale Phobie

10.09.2020

Was ist eine soziale Phobie?

Plötzlich ist jede alltägliche Situation mit anderen Menschen eine Herausforderung: Bloß nicht die Aufmerksamkeit auf mich ziehen! Gedanken wie “Hoffentlich blamiere ich mich nicht” oder “ich werde bestimmt wieder rot” schwirren dann in deinem Kopf herum. Fremde Menschen anzusprechen, zu telefonieren, oder gar einen Vortrag halten sind Situationen, die dir große Angst machen? Damit bist du nicht allein!

Photo by Noah Silliman on Unsplash

In Deutschland sind mehr als 2 Millionen Menschen von einer sozialen Phobie betroffen und haben in bestimmten Situationen Angst, sich zu blamieren. Damit ist die soziale Phobie eine relativ häufige Erkrankung und zum Glück gut behandelbar.

Wovor genau haben Menschen mit sozialer Phobie Angst?

Menschen mit einer sozialen Phobie haben in bestimmten sozialen Situationen Angst, sich zu blamieren, indem sie sich peinlich oder ungeschickt verhalten.

Für Menschen mit dieser Erkrankung wird plötzlich jede alltägliche Situation mit anderen Menschen zur Herausforderung. Häufig denken Betroffene schon vor einer solchen Situation viel darüber nach, was passieren könnte, wenn sie sich blamieren und dadurch in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit geraten.

Typische Ängste sind:

  • einen Fremden ansprechen
  • zu einer Behörde oder zu einem Arzt gehen
  • mit einem Vorgesetzten sprechen
  • Angst vor Prüfungen
  • Situationen, in denen alle Blicke auf einen gerichtet sind, zum Beispiel vor anderen eine Rede halten, ein Gedicht aufsagen oder ein Lied singen
  • eine Frau/einen Mann kennen lernen
  • im Beisein anderer Menschen telefonieren
  • sich zu einer Verabredung treffen
  • sich in einem Streitgespräch gegenüber anderen durchsetzen
  • etwas schreiben, während andere zusehen
  • in einem Restaurant essen usw.

Symptome einer sozialen Phobie

Die Angstsituationen werden durch bestimmte Befürchtungen erschwert. Häufige Gedanken sind: “Ich bin schlechter als die anderen.”, “Alle werden mich anstarren.” oder “Ich werde erröten.”

Es sind vor allem die Befürchtungen, die dann zur starken Angstreaktion mit körperlichen Symptomen führen und sich manchmal bis zu einer Panikattacke steigern können:

  • Erröten
  • Zittern
  • Schweißausbrüche
  • plötzlicher Harndrang
  • Übelkeit

Kannst du dich darin wiederfinden?

Immer auf Nummer sicher gehen? Besser nicht!

Während einer Angstsituation richten Betroffene die eigene Aufmerksamkeit ständig auf sich selbst, um zu überprüfen, ob das eigene Verhalten als “dumm” oder “peinlich” angesehen werden könnte oder ob sonst Anzeichen der eigenen Unsicherheit zu sehen sind.

Schnell werden so viele soziale Situationen zu Leistungssituationen. Sie fühlen sich unter ständiger Beobachtung, häufig im Wissen, dass ihre Angst übertrieben ist.

Es scheint dann fast unmöglich, diese Situationen durchzustehen und das gelingt auch nur mit starker Angst oder mit bestimmten Strategien. Oft werden diese Situationen deshalb vollständig vermieden, was extrem einschränkt. Für manche ist es dadurch fast nicht mehr möglich, noch normal am sozialen Alltag teilzunehmen

Schminkst du dich vielleicht extra stark, damit es anderen nicht auffällt, falls du rot wirst? Oder trägst vorwiegend dunkle Kleidung, auf denen Schweißflecken nicht so stark auffallen?

Häufig sind das nämlich die sogenannten Kontrollstrategien oder auch Sicherheitsverhalten, um befürchtete Reaktionen oder eine soziale Katastrophe zu verhindern und zu verhindern, dass andere die eigene Unsicherheit sehen.

Doch was ist denn mit Lampenfieber oder der Nervosität vor Prüfungen, fragst du dich? Dieses Aufgeregt-sein ist kein Grund zur Sorge, sondern im Gegenteil sehr gut! Denn durch das Adrenalin in deinem Körper, das das Gefühl der Nervosität hervorruft, bist du konzentriert und wach. Und spätestens nach den ersten Sätzen deines Vortrages oder dem Bearbeiten der ersten Aufgabe deiner Prüfung schwindet die Aufregung langsam. Und zum Schluss denkst du dir meist: “ach, so schlimm war es gar nicht”.

Zwischen Lampenfieber und sozialer Phobie muss deshalb unterschieden werden: Für Menschen mit sozialer Phobie treten stärkere Angstreaktionen in vor allem sehr vielen alltäglichen sozialen Situationen auf.

Das kannst du tun!

Auch wenn viele gesunde Menschen deine Angst nicht nachvollziehen können und mit Sätzen, wie “sei doch nicht so schüchtern!” versuchen dich zu ermutigen, realisiere deine Angst als Problem. Denn es geht nicht um Schüchternheit, sondern eine Erkrankung, die psychotherapeutisch gut behandelbar ist.

Und was ganz wichtig ist: Du bist nicht allein und dich trifft auch keine Schuld. Es ist gut sich Hilfe zu holen und das ist alles andere als “schwach”.

Solltest du oder jemand aus dem Umfeld an einer Agoraphobie oder einer anderen Angststörung leiden, dann kann die Invirto Therapie eine mögliche Hilfe sein. Invirto ist eine digitale Psychotherapie für Angsterkrankungen, die du ohne Wartezeit, regelmäßige Termine und von zu Hause in wenigen Wochen absolvieren kannst. Melde dich hier bei Interesse unter der Nummer der Invirto Therapiebegleitung: 040 22 85 22 00.

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