07.12.2020

So überstehst du die Corona-Zeit mit deiner Angststörung

Corona hat die ganze Welt im Griff. Der Einfluss des Virus’ hat ein riesiges Ausmaß angenommen: Das tägliche Leben ist eingeschränkt, soziale Kontakte müssen reduziert werden und Freizeitaktivitäten wurden drastisch eingedämmt. 

Corona betrifft uns alle – Menschen mit einer Angststörung (oder auch anderen psychischen Erkrankungen) jedoch noch stärker. 

Das hat sich durch Corona geändert

Der “neue” Alltag birgt einige Hürden und Herausforderungen für Betroffene. Homeoffice, Lockdown und Quarantäne schlagen nicht nur auf’s Gemüt, sondern führen schnell dazu Situationen, die Angst auslösen, zu vermeiden: Erleichterung macht sich breit. Vielleicht hast du auch schon häufiger Sätze wie “ich kann ja eh nicht rausgehen” gesagt, um dich nicht diesen Situationen stellen zu müssen? Dabei ist es ja gerade die Vermeidung von angstauslösenden Situationen, die die Angst so hartnäckig macht und es besonders wichtig ist, sich diesen zu stellen.

Gleichzeitig fallen vermeintlich einige Übungsmöglichkeiten weg: Die Fahrten mit der vollen Bahn zur Arbeit oder die Präsentation vor den Kollegen sind jetzt nicht mehr so möglich, wie noch vor ein paar Monaten. Und auch Zeit mit Freundinnen und Freunden oder der Familie zu verbringen, was für einige eine willkommene Ablenkung war, ist nun plötzlich nicht so einfach wie vorher.

Zweifelsfrei ist es eine außergewöhnliche und schwierige Zeit: Lockdown, Quarantäne und ihre Folgen lösen bei vielen Menschen Ängste aus. Geliebten Menschen geht es vielleicht nicht gut, Einsamkeit macht sich breit und viele Jobs sind bedroht. Die Angst schwebt wie eine Wolke über uns, die sich nicht so schnell verziehen will. 

Doch was kannst du machen, damit es dir in dieser Zeit besser geht?
Das richtet sich zwar etwas danach, wie weit du schon auf deinem Weg gegen die Angst bist: Hast du schon einen Therapieplatz oder fängst du gerade erst mit der Suche an? Wir haben aber generelle Tipps, wie du in Corona-Zeiten trotz Angststörung nicht auf Therapieerfolge und Schritte in der Bekämpfung deiner Angst verzichten musst.

Bleib am Ball

Es steht außer Frage, dass sich unser Leben etwas geändert hat und Corona auf den ersten Blick Steine in den Weg gegen die Angst gelegt hat. Aber deshalb alle Fortschritte direkt einfrieren und den Kopf in den Sand stecken? Darüber freut sich die Angst doch umso mehr, denn sie bekommt wieder mehr Platz in deinem Leben. Viel wichtiger ist es gerade jetzt, am Ball zu bleiben und an deinen bisherigen Fortschritten anzuknüpfen: Also heißt es weiter üben und gegen deine Angst vorgehen. Denn nur so gehst du weiter in die richtige Richtung einer angstfreien Zukunft.

Geht nicht? Geht doch!

Die Umstände machen das Üben zum besseren Umgang mit der Angst zwar etwas schwieriger, aber nicht unmöglich. Denn trotzdem kannst du beispielsweise noch das U-Bahnfahren üben oder in den Supermarkt gehen. Es müssen nur die Hygieneregeln und Sicherheitsvorkehrungen beachtet werden – deine Maske solltest du dann stets dabei haben! Und auch das Sprechen mit anderen Menschen oder Präsentationen halten können weiterhin geübt werden – denn per Videotelefonie ist das zum Glück möglich. Lass dich nicht von der Situation unterkriegen! Werde kreativ beim Üben, dann bleiben die Erfolgserlebnisse auch bestehen.

Das erleichtert dir die Situation

Nun weißt du, dass es sich lohnt weiter zu üben. Doch damit das auch einfacher klappt, haben unsere Freunde von “Ein Guter Plan” ein Corona-Tagebuch herausgebracht, das du einfach kostenlos herunterladen kannst. Dort kannst du ein Tagebuch führen, To-Dos eintragen, soziale Kontakte pflegen und eine gute Selbstfürsorge pflegen – also einen achtsamen Blick auf dich und deine Bedürfnisse werfen und dir Gutes tun. Einige unserer Patientinnen und Patienten haben bereits sehr gute Erfahrungen damit gemacht und empfehlen das Krisentagebuch für den dunklen und kalten Winter. 

Du kannst die Zeit zu Hause auch optimal nutzen, um die Invirto Therapie weiterzumachen oder anzufangen. Auch dort findest du viele Übungen, Experimente und Input, wie du einen neuen Umgang mit deiner Angst findest. Und da Invirto als digitale Therapie für zu Hause gemacht ist, ist es ganz egal, ob Corona gerade unser Leben beeinflusst oder nicht. Falls möglich sprich dich ebenfalls mit deiner Therapeutin oder deine Therapeuten ab, wie du die Zeit trotzdem gut für dich nutzen kannst. 

Du bist nicht allein!

Es ist eine schwierige Zeit, die uns alle trifft. Und auch wenn es Einschränkungen gibt, solltest du dein Ziel vor Augen behalten: Die Angst besiegen! 

Deshalb hier nochmal die wichtigsten Regeln, um sich durch Corona nicht unterkriegen zu lassen: Lass dich nicht dazu verleiten dich darauf auszuruhen, dass deine Übungsmöglichkeiten nicht mehr genauso aussehen wie vorher. Denn es gibt genug Situationen, die du nutzen kannst. Bleib am Ball und sei für jeden Fortschritt gegen die Angst stolz auf dich. Denn auch in dieser schwierigen Corona-Zeit hat die Angststörung kein Recht, einfach dein Leben zu bestimmen!

Und mit diesen Tipps und Hilfsmitteln brauchst du keine Angst vor dem dunklen Corona-Winter haben, sondern kannst ihr voller Selbstbewusstsein den Kampf ansagen.

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